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Klaus M. Rarisch

BILANZ

Ein Schreiberleben. Aber die Bilanz?
Es scheinen deine Spuren zu versanden.
Wo sind sie, die sich darin wiederfanden?
War, was du wolltest, mehr als Mummenschanz?

Von fern vernahmst auch du Gesang und Tanz,
doch zuzugreifen hast du nie verstanden.
Zu spät begreifst du endlich: dir verwanden
sich die Sonette nicht zum Siegerkranz.

Du liegst so windelweich, wie du sonettest,
du lügst so schwindelreich und glaubst, du hättest
in dir statt grauer Reimnis grüne Keimnis.

Du denkst, daß denkend du das Denken rettest,
und spürst nicht, was du lebenslang verwettest:
das dunkle déjà-vu, das Urgeheimnis.

Enthalten in
Meiendorfer Druck Nr. 35

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