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Wohllebens Sonett zur Monikins-Übersetzung

Arno Schmidt ahnte in den Monikins ein »Mitglied jenes isolierten literarischen ›Kugelsternhaufens‹ […], der die ›Staatsromane‹, die Utopien, in sich begreift.«
Cooper karikiert im Ich-Erzähler John Goldencalf einen seinerzeitigen – wie es heut gern heißt: – Globalisierungsgewinner und dessen Versuche, sich eine zerfallende Welt zurechtzureden. Deren Movens springt ihn aus der Phantastik einer antarktischen Affenzivilisation heraus an:
»Dollar – Dollar – Dollar« – nichts als »Dollar!« »Fünfzigtausend Dollar – zwanzigtausend Dollar – hunderttausend Dollar« – begegneten einem bei jeder Gelegenheit. Die Worte ertönten an allen Ecken – auf den Straßen – an der Börse – in den Salons – ja selbst in den Kirchen.

Robert Wohlleben:

Abenteuerreise

»Wohin des Wegs?« Da schweigt der Wandrer still
und könnte doch leichthin Romane dichten,
das Vorbestimmte taghell zu belichten …
als Garn zu fein fürs ungefüge Spill.

Es führt sein Weg vielleicht dahin, wo schrill
ein Lärmen aufbricht aus verworfnen Schichten.
Dann wär von einem Wirrsal zu berichten,
wie ers schon kennt. Und gar nicht kennen will.

Ihn gibts nur einmal … oder kommt er wieder?
Er stand, entstellt von bitterem Gelächter,
auf hoher Kanzel oder vor Gericht.

Er sieht uns an durch kaum noch offne Lider.
Vorab gerichtet oder als Gerechter.
Wohin des Wegs? Wir fragen lieber nicht.

für Mirko Schädel
anläßlich der Übersetzung »Die Monikins«

 

Achilla Presse

James Fenimore Cooper:
Die Monikins. Eine Mär
Übersetzt von Robert Wohlleben
Herausgegeben und per Nachwort kommentiert
von Christian Huck
Erschienen bei der Achilla Presse, Butjadingen



 


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