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Robert Wohlleben:

Berg des Lebens

Was wohnt im Berg, was hat dort sein Verlies,
sein heimliches Versteck vielleicht gefunden?
Hineinverwunschen, ins Gestein verschwunden
vor allem, was als schwindend sich erwies.

Seither verwittert Fels. Geröll und Kies
verfüllten talwärts Mulden, Klüfte, Schrunden.
Was anflog, ward Gewächs, zum Wald verbunden.
Es wächst sich fort, was aus dem Boden stieß.

Getier geht hin und hört vielleicht ein Singen
mit steten Wassern aus der Tiefe dringen ...
dann steht es still, als wäre es erschreckt.

Und Wind verspinnt verworrne Strömungsschlingen,
als wollt er Wolken um den Gipfel zwingen,
bis sich, was innen haust, als Blitz entdeckt.

Für Swantje zum 16. Mai 2001

Aus Nacht und Eis (Meiendorfer Druck Nr. 49)

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