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DER FRIEDLICHE SPECKFRESSER
ODER
DEUTSCHES THEATER

Er faßt zum Sack, greift Speck heraus
– ein fetter weißer glitschig Klumpen –,
er kaut ihn breit, das Fett spritzt raus.
Die Sanitäter sind sehr weit.
Es grinst sein fettbeschmiertes Maul.
Er drückt und schluckt und preßt und drückt.

Im Saal wird alle Welt verrückt.

Es kotzen an die achtzig Mann.
Sie sind schon blau und grün.
Sie rülpsen sich sehr ängstlich an.
Man muß schon Riechspray sprühn.
Sie taumeln an die frische Luft
in einer langen Schlange.
Sie raufen sich und treten sich,
ersticken sich schon lange.

Im Saal sitzt friedlich, blöde schmatzend,
unser fetter Esser.
Er schält genüßlich seinen Speck
mit einem langen Messer.

Aus dem
Meiendorfer Druck Nr. 9
(1981)

Wolfgang Uster

Der Speckfresser
oder
»Danke gleichfalls«
Heitere Gedichte zum Abendbrot

Graphik von Cornelia Trabandt

16 Seiten Oktav ohne Umschlag (250 Exemplare)

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Rechte natürlich bei den Meiendorfer Drucken