Heinz Ohff, Cornwall, Brief vom 22.12.2000:

Meinen Dank für das neue Wohlleben-Heft, in dem ich wie so oft bei Ihnen die Mischung aus «Redensartigkeiten» und Sonetten besonders beeindruckend fand. Zwar geben sich bei Ihnen Satire und Poesie immer die Hand, aber selten so burschikos nebeneinander. Dabei hat man das Gefühl, daß Sie den Leser mit Absicht ein bißchen verwirren, indem Sie den Sonetten eine Fuhre Satire und den satirischen «Redensartigkeiten» reichlich Poesie (sogar deftige Poesie - falls es so etwas gibt) mit auf den Weg geben. Es beginnt sogar mit einem absoluten Höhepunkt Ihrer Art, was ja im Englischen «Kunst» heißt und im Deutschen Weise. Beides trifft auf den «Epilog zum Abendland» zu. Der Abschluß mit dem bitteren Sonett, das dem Ganzen den Namen gab, wirkt ebenso explosiv wie der Beginn. Großartig, wie Sie immer wieder eine Auswahl aus Ihrem reichen - man könnte beinahe sagen: überreichen - Schaffen zu runden verstehen, als hätten Sie das vorher (beim Abfassen der Gedichte) schon beabsichtigt. Was ich nicht glaube, aber was durchaus der Fall sein kann - Intellekt und Intuition reichen sich bei Ihnen ja ebenfalls die Hand.


Ernst-Jürgen Dreyer, Kaarst, Brief vom 23.12.2000:

Was hatte ich Dir noch geschrieben? U. a. zu «Der Nachgeborene», daß diese Sammlung den Eindruck einer so dichtgedrängten Schatztruhe macht, daß man sich wundert, daß er sich der doch kleinen Zahl von 14 Gedichten, darunter gar nur 12 Sonetten verdankt, freilich von hohem Karat und gegen Schluß (die vier letzten) von so großer spezifischer Dichte, daß sie kaum mehr zu wägen sind.