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Richard Klaus: Kakerlak. Eine frivole Geschichte. Meiendorfer Druck Nr. 29

So endets:

Irgendein Tann verschlang beide mit der Nacht, die ihre frostdurchnagten Rabenflügel kaum noch bewegen konnte. Mittendrin zerstach es ihn, doch brach er Nadelzweige für das Lagern darauf wie darunter. Ob Sonnen für immer vereisen konnten, nicht von innen, sondern von außen her betrommelt mit gletschergeformten Klöppeln? Neben ihr liegend, ja an sie gepreßt, als würde sie doch heimlich Kalte fühlen, wünschte er sich bewegliche Liddeckel an ihr, so das Sehen abstellend und den starr bleibenden Blick wegdichtend. Die Hersteller selbst hätten durchaus daran denken können, einmal etwas weniger Zweckdienliches bewirkend ... mehr aus Spielerei vielleicht, oder aus tieferer Puppenliebe.

Im klammen Stau des herabfahlenden Morgens brach er neu mit ihr auf, doch traten bald aus gleitendem Nebel etliche Gestalten, von denen es wie Milch herabzufließen schien. In ihrer Gleichheit wirkten sie bewußt geordnet. Kakerlak verharrte jäh und fragte sich, ob sie mehr Carmens wegen gekommen sein konnten. Niemand sprach. Zwei Erscheinungen schienen bekannt. Eine von ihnen trug eine Brille, wie sie die Stüwe trug. Die andere erfreute sich eines Knebelbartes. Beide lächelten nachsichtig, wie ermunternd.


Meiendorfer Druck Nr. 29
(1994)

Richard Klaus
Kakerlak
Eine frivole Geschichte

SIGNUM-Typographie: Alfons Teschau
16 Seiten Oktav ohne Umschlag (250 Exemplare)

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